Gestern half ich dem Chef beim Zügeln der Rinder. Da die eine Farm abgegrast ist, mussten die Rinder auf die andere Farm, welche ca.10km entfernt ist, gezügelt werden. Dazu hat der Chef zwei Viehtransport Lastwagen bestellt. Leider wusste er nicht genau wie viele es waren und so starteten wir mit beladen und zählten sie so.
Die Lastwagen dürfen hier 4,25m hoch sein
Ein Blick ins innere. Unten werden immer je 5 Tiere in eine Bucht eingesperrt. Der obere Boden kann runtergeklappt werden (Im Moment oben). Im zweiten Stock werden dann immer 4 Stück pro Bucht eingesperrt. Insgesamt konnten wir 51 Rinder auf einen Lastwagen mit Anhänger laden.
Die Rinder warten auf das Beladen
Ist ein bisschen eng.
Durch diesen Gang und der Rampe gelangen die Rinder in den Lastwagen.
Insgesamt haben wir mit 4 Ladungen 192 Rinder gezügelt. Das Beladen geht hier etwas rauher zu und her als in der Schweiz. Aber es war sehr interessant.
Am Mittwoch hatte ich das erste Mal etwas angst, als ich mit meinem fast 10t schweren 8410 einen Steilhang walzen sollte. Dieser wurde zuvor mit dem 5-Schar Pflug gepflügt und ich sollte nun Walzen.
Obwohl ich von den Emmentaler Hügel schon an steile Hänge gewohnt bin, hatte ich doch ein mulmiges Gefühl 🙂
Das Feld
Ca. 3ha grosses Feld
Der steilste Hang.
Der Traktor im Hang
Leider sieht es auf den Fotos viel flacher aus 😉
Ich war froh über die Doppelräder
Zum Glück konnte ich die steilsten Teile vor einbruch der Dunkelheit bearbeiten
Dieses Feld werde ich wohl nie vergessen und wenn ich daran denke, dass meine Kollegen das Feld noch Eggen und danach noch Futterrüben Säen, bekomme ich immer noch immer Hühnerhaut.
Nun ist das unverhoffte doch eingetroffen. Am Samstag Abend als es schon dunkel war und ich mich schon auf den Feierabend freute geschah das Unglück.
Ich war etwas unachtsam und dachte, dass ich auf meiner Spur keinem Brunnen zu nahe kommen würde. Zu spät sah ich den Brunnen im Scheinwerferlicht und krachte mit der Ecke des Levellers hinein 🙁
Sofort stieg ich aus, um das Wasser zu stoppen. Durch die Kollision verschob sich der Brunnen, was dazu führte, dass die Verbindung zur Wasserleitung kaputt ging und das Wasser unter dem Brunnen hervor floss. Nun musste ich den Brunnen mit dem Leveler verschieben um mir Zugang zur Leitung zu verschaffen. Zu meinem Unglück war diese Leitung gut verlegt und ging vertikal in den Boden, nicht wie auf vielen Farmen wo die Leitungen so schlecht verlegt sind, dass sie manchmal fast oberflächlich verlaufen.
Mit den Händen und dem (Schweizer-)Sackmesser fing ich an im kalten Wasser zu graben, damit ich die Röhre biegen konnte um das Wasser zu stoppen. Dies gelang nach ca. 20min.
Danach informierte ich den Chef. Dieser nahm den Vorfall zum Glück relativ locker.
Nun muss ich mir täglich das Gespött der Arbeitskollegen anhören 😉 und eine Harasse Bier spendieren.
Die Arbeiten auf dem Feld bringen immer irgendwelche Überraschungen. Gestern Abend hatte ich Glück, dass ich nicht im Sumpf steckengeblieben bin. Dies hätte mich neben dem Ärger und der verlorenen Zeit eine Harasse Bier gekostet.
Ich hatte gedacht, dass ich zwischen Zaun und Nässe durchpasse. Leider nein, zum Glück konnte ich den Leveler zusammenklappen und durchziehen. Denn das Problem ist, dass sich die Kante am Leveler nur ca.20cm ab Boden befindet wenn ich die Hubarme der Heckhydraulik ganz oben habe. Nun kann es sein, dass trotz ausgehobenem Gerät, ein Haufen Erde mitgenommen wird und wenn dieser Haufen zu gross wird, ist es passiert:-)
In der Gegend wo ich bin ist es eher Trocken. Darum werden die meisten Felder künstlich bewässert. Für die Bearbeitung sind die Felder trocken, darum bildet sich manchmal Staub. In der Nacht ist dies besonders mühsam, da der Arbeitsscheinwerfer nur den Staub ausleuchtet. Somit sieht man kaum auf das Arbeitsgerät und erst recht nicht die Ecke, mit der man am Zaun vorbeifährt. Da fährt man halt im Blindflug auf gehör;-)
Sicht aus der Kabine bei nacht und trockenen Bedingungen
Da eigentlich jedes Feld früher oder später beweidet wird, ist es eingezäunt. (fast wie im Berner Oberland, nur dass das Gras am Zaun nicht gemäht sondern mit Roundup abgespritzt wird)
Herausforderungen die sich damit stellen:
Finde den Eingang zum Feld, er muss zudem noch breit genug für den Traktor sein.
Absteigen um das Tor oder den Zaun zu öffnen. Rein fahren und wieder schliessen.
Ich fahre auf dem Feld mit 10-12km/h und um Zeit zu sparen fahre ich mit dieser Geschwindigkeit ca. 20cm am Zaun vorbei. (Ich hatte schon ein paar mal Glück, dass ich keinen Pfosten erwischt habe)
Da die Felder irgendwann auch weiden sind, stehen da meistens auch mehrere Brunnen drauf. Diese sollte man, wenn möglich umfahren;-) Am Tag geht das ja noch, kann aber trotzdem passieren, wenn man das Arbeitsgerät beobachtet und nicht nach vorne schaut, weil ja der Traktor selbständig lenkt. Bei nacht steigt die Gefahr, besonders wenn man das Feld nicht kennt und man nicht weiss ob und wieviele Brunnen dort stehen. Ausserdem leuchten die Scheinwerfer am Traktor nicht so weit in die Ferne. Da braucht es die ganze Aufmerksamkeit, um die Brunnen frühzeitig zu erkennen.
In letzter Zeit bin ich meisten mit dem alten 8410 Johny unterwegs und levele die gepflügten Äcker. Mit der Levelbar werden die grössten Unebenheiten nach dem Pflügen ausgeglichen. Danach folgt die Bearbeitung mit der Scheibenegge oder der Kreiselegge.
Mein Trekker mit dem Leveler
Leider weiss ich nicht wie breit ich bin, aber wahrscheinlich um die 3,5m. Aber wenn man hier mit einem solchen Gefährt unterwegs ist, kommt einem das ganze nicht so gross vor, da die Stassen und die Felder auch grösser sind:-)
Sicht auf den leveler von meinem Arbeitsplatz aus.
Gestern hatte ich meinen längsten Arbeitstag (22h). Da es am Mittwoch morgen angefangen hat zu regnen musste die Arbeit eingestellt werden und ab dem Mittag hatte ich frei. Am Donnerstag (gestern) schien die Sonne und es wehte ein Wind, welcher den Boden trocknete. Um 8 Uhr ging ich zur Arbeit. Ein Kollege und ich haben 1000l Roundup in 20l Kanister umgefüllt. Um 13Uhr kam der Anruf vom Chef, dass wir schnellstens auf den Traktor sollen, da der Boden nun genug trocken ist. Bevor ich um 14Uhr in den Traktor stieg, sagte mir der Chef, dass für diese Nacht regen vorausgesagt ist und ich die ganze Nacht durchfahren solle, bis es regnet oder ich alle Felder bearbeitet habe. Ich fuhr bis um 05:00 morgens und konnte bis auf ein paar Runden auf dem letzten Feld alles erledigen. Nun (Freitag nachmittag) bin ich ausgeschlafen und es ist immer noch trüb und es regnet manchmal. Darum nütze ich dies um hier ein paar Zeilen zu schreiben;-)
Die Distanzen zwischen Farmen und Dörfern sind hier mindestens Doppelt so gross wie in der Schweiz. Dies führt bei mir manchmal zu Unsicherheit. Wenn ich z.B. eine Abzweigung in eine andere Strasse suche, kommen schon früh Zweifel auf, dass ich die Abzweigung verpasst habe. Aber in Wirklichkeit muss ich dann noch 1-2 Kilometer fahren bis ich dort bin. Glücklicherweise gibt es ja GoogleMaps;-)
Da es mit dem Traktor meist lange dauert um abends zurück zum Firmenstandort zu fahren oder weil am nächsten Tag sowieso am gleichen Ort weiter gefahren wird, haben sich die Neuseeländer was ausgedacht.
An fast jeder Maschine hat es eine Anhängevorrichtung, damit der Pickup mit aufs Feld gezogen werden kann. Ist praktisch, da man immer alles dabei hat und am Feierabend nach hause fahren kann:-)
Dies ist eine der längsten Kombinationen. Auch hier kann hinten noch der Pickup angehängt werden. Dann kommt man wahrscheinlich auf 20m länge!
Jeder Pickup ist auch ausgerüstet mit einem Dieseltank (Mobile Tankstelle). Somit hat jeder Fahrer genug Diesel um einen ganzen Tag zu arbeiten.
So sieht es aus, wenn man in so einem Pickup fährt. Das Sichtfeld ist etwas eingeschränkt.
An den Sämaschinen und den Pflügen gibt es leider Anhängevorrichtung. Letzte Woche habe ich ein paar Stunden damit verbracht Autos zu verschieben oder jemanden abzuholen. Beim Fahrzeug verschieben fährt mich jemand zum Auto das verschoben werden muss und ich fahre dann demjenigen hinterher bis wir am Ziel sind. An einem Tag hat es mich und den Chef 3h gekostet 2 Autos zu verschieben. Da macht so eine Anhänge Vorrichtung schon sinn. Über die Legalität, das Auto hinten anzuhängen scheiden sich die Geister:-)
In den letzten zwei Wochen hat die Sonne kaum geschienen. Es war eigentlich fast den ganzen Tag nur bedeckt und wenige Male hat es etwas geregnet.
Die Pflüge, die Scheibenegge und die Sämaschine sind trotzdem noch hart im Einsatz nur für mich und Manuel (der Schweizer) sind fast keine Traktorarbeiten vorhanden. Darum mussten wir letzte Woche Holzschnitzel in Säcke abfüllen und palettieren. Insgesamt waren es 50 Paletten a 48 Säcke. Dies war eine Anstrengende Arbeit, da die Säcke zwischen 20 und 25kg schwer sind.
Diese Schnitzel werden den Tieren, welche mit dem Schiff lebendig exportiert werden, eingestreut.
Die Sortierten und getrockneten Holzschnitzel
Hier wird abgesackt und vernäht
Eine Palette bevor sie eingewickelt wird. Rechts sind fertige Paletten zu sehen
Die 24 Reihige Einzelkornsämaschine. Der Kollege hat in 3 Tagen und Nächten 170ha Futterrüben gesät.
Diese Woche habe ich noch beim Rinderzügeln geholfen, da diese nun das erste mal auf eine Gras Weide durften.
So hoch steht mir das Gras und es ist erst ende „März“ (vergleichbar mit der Jahreszeit in der Schweiz). Ohne Dünger geht hier gar nichts 🙂
Gestern durfte ich meinen ersten freien Tag geniessen.
Da der Chef sagte, dass dies wohl der letzte freie Tag in den nächsten vier Wochen, ging ich als erstes zum Coiffeur in Ashburton (die nächste Stadt, für Neuseeländische Verhältnisse. Einwohnerzahl mässig ist es wahrscheinlich vergleichbar mit Niederscherli 🙂 ) Danach ging ich noch noch ein Aux-Kabel kaufen, um mich auf dem Traktor mit gutem Sound versorgen zu können.
Später besuchte ich noch eine Kollegin (Sie hatte auch die Zweitausbildung auf der Rütti absolviert), welche auf einer Milchfarm mit 2000 Kühen arbeitet. Es war sehr interessant mehr über die Milchwirtschaft in Neuseeland zu erfahren.
Letzte Woche verbrachte ich das erste mal zwei ganze Tage auf dem Traktor 🙂
An einem der Tage bestand meine Aufgabe darin, die Futterrüben welche vom Vollernter aufgenommen wurden, vom Feld auf den Hof zu transportieren. Das überladen der Rüben vom Bunker des Vollerntens auf meinen Kipper geschah während der Fahrt. Dies hatte ich mir einfacher vorgestellt als es dann auch war. Aber nach ein paar fuhren ging dann schon recht gut 😉
Da ich der einzige Abfahrer war und gute Erntebedingungen herrschten, musste ich mich bei der Fahrt zum Abladeort beeilen. Sonst wäre der Bunker der Erntemaschine voll geworden und die Maschine hätte gestoppt werden müssen.
Wir haben bei zwei verschiedenen Bauern geerntet. Die Anfahrtswege zu den Bauern sind hier zum Teil ziemlich lang, darum brauchten wir eine Stunde um zum weiterentfernten Bauernhof zu gelangen.
Nach 15h auf dem Traktor ohne grössere Pause (Gegessen habe ich während der Fahrt zum weiterentfernten Bauernhof) ging dann der Tag zu ende.
Unser Big Six Rübenvollernter
Mein Kipper voll beladen mit Futterrüben
Die Futterrüben werden nur geerntet, wenn die Kühe durch den Winter weniger als kalkuliert gefressen haben.
Der 6210R Johny (Der kleinste Traktor des Lohnunternehmens) mit 210 PS und dem Kipper. Im Verhältnis ist der Kipper viel zu klein, aber man muss bedenken, dass der Anhänger keine Bremsen besitzt.
Fahrt zum Bauern, falls wir nicht fertig werden oder etwas kaputt geht, hat der Big Six Fahrer vorsorglich sein Auto angehängt 🙂
Am nächsten Tag war ich mit der Cambridge-Walze unterwegs. Als erstes musste ich drei gepflügte Padocks (Koppeln) von einem Kunden ausebnen und walzen, insgesamt 21ha. Dies brauchte viel zeit, da ich nicht so schnell fahren konnte, weil es so holprig war. Nach ca. 8h durchschütteln, war ich gegen 16:00 fertig und fuhr auf die gepachtete Farm vom Chef. Dort habe ich noch 20ha Futtergerste gewalzt. Um 22:00 wurde ich dann mit dem Auto abgeholt und nach hause gefahren. Den Rest der Geste habe ich dann am nächsten Tag gewalzt.
Beim Gerste walzen
Meine Walze, 6m Arbeitsbreite
Danke an Autosteer 🙂 Mit dem System lässt sich der Traktor per GPS steuern. Dies ist sehr angenehm, da man sich besser auf das Arbeitsgerät konzentrieren kann. Einzig die erste Umrandung des Feldes und das Wenden muss noch manuell gemacht werden. In der Dunkelheit war das System auch sehr hilfreich, da es anzeigt wo man schon durchgefahren ist, von Auge konnte ich den bearbeiteten vom unbearbeiteten Bereich kaum unterscheiden.
Das letzte Wochenende habe ich in der Werkstatt verbracht, da wir (Brad, Manuel, Brads Vater und ich) die Scheibenegg für die kommende Saison revidiert haben.
Alle 50 Scheiben mussten demontiert, neu gelagert, geschmiert und neue Scheiben montiert werden.
Als dank für den Einsatz lud uns Brad am Sonntag Abend zum Nachtessen ein. 🙂